Die Tour mit Daten und Bildern

Einführung
Burma ist ein unglaublich schönes Land. Die Menschen sind sehr, sehr hilfsbereit und freundlich. Dazu noch auch ehrlich, ich habe das Rad oft mit vollem Gepäck unangeschlossen stehen lassen - geklaut wurde niemals etwas. Burma ist eine Militärdiktatur, man unterhält sich mt einem Burmesen (englisch ist sehr verbreitet) und plötzlich stoppt das Gespräch, wenn jemand in Hörweite vorbeigeht, danach geht das Gespräch weiter. Polische Themen werden gerne und ausführlich unter vier Augen besprochen. Unterkunft ist in nur sogenannten "Licensed Hotels" möglich. Diese gibt es in grosser Anzahl in den Touristenmagneten (Yangon, Inle Lake, Bagan, Mandalay und Ngapoli Beach). Ausserhalb dieser Regionen ist die Unterkunft schwierig bis unmöglich. Das ist ein echtes Problem bei einer Radtour (manchmal nehmen Klöster, die es in grosser Anzahl gibt, einen Fremden auf).

Burma ist das ideale Land für eine Radtour. Verkehr ist sparsam, die Strassen meist mit Bäumen bestanden, man fährt ungestört im Halbschatten durch ein grossartiges Land. Kommt man nicht weiter, kann immer ein Bus oder Pickup angehalten werden. Rad aufs Dach ist üblich.
Reisen mit dem Bus oder Pickup über Land ist manchmal schwierig (20-40 km/h im Schnitt) und die Entfernungen gross. Wenn möglich sollte man fliegen.

Burma ist ein preiswertes Reiseland. Angaben von 2003/2004: Übernachtung 5-10$, Taxi für einen ganzen Tag inkl. Fahrer und Benzin: 25-35$, Essen 1-3$, Bus (700km) 4$, Pickup (100km) 1$. In Yangon kann man Euro tauschen, ansonsten ist alles in US$.
Sollte man nach Burma fahren? Einerseits unterstützt man die Diktatur, aber man kann oft wählen zwischen staatlichem Service und privaten Anbietern. Es ist also möglich, das Geld den Burmesen zu geben und nicht dem Staat, insbesondere als Individualtourist. Ich würde sofort wieder nach Burma fahren.

Im weiteren Verlauf dieser Seite ist zunächst eine Übersichtskarte und dann Bilder und Texte von den einzelnen Stationen. Für Radfahrer haben ich auch Tourinfos (insbesondere Höhenprofile) eingefügt. Viel Spaß beim Lesen. Jedes Bild kann durch klicken vergrössert werden.


Yangon

In Yangon 300 Euro in Kyat getauscht. Die grösste Note entspricht einem Euro. Musste zwei T-Shirts zurücklassen, um das Geld zu verstauen. Der Strom fällt oft und lange aus. Jedes Haus hat im Eingang ein Stromaggregat stehen, die unglaublich die Luft verpesten. Hier ein Generator im Jeep, der abends stundenlang mit Höchstdrehzahl läuft. Die Hotelzimmer haben oft keine Fenster, dann hört man den Lärm nicht... Die Asienkrise ist auch in Burma zu sehen. Seit 1998 steht dieses Gerippe.

Kwaikto

Kwaikto ist schon irre, ein Felsbrocken am Abgrund (kommt auf dem Foto nicht so raus). Alter heiliger Platz und heute eine grosser Wallfahrtsort in Burma. In Yangon habe ich im White House Hotel gewohnt. Der Besitzer kommt aus der Gegend von Kwaikto und organisiert Touren dorthin. Er unterszützt auch die Gemeinde dort. Ende Dezember ist ein grosser Sänger- und Tanzwettstreit am Kwaikto, auch das Dorf in dem wir gewohnt hagen bereitet sich darauf vor. In dem Kloster waren abends eine Probe, wir waren gerne Gäste...

 

  Müde Tänzerinnen... Zwei Videos von der Probe, leider schlecht, da nur mit der DigiCam aufgenommen. Einfach reinklicken und anschauen.

Jetzt beginnt die Radtour. Ich hatte einen Hac4 Fahrradcomputer montiert, diese zeichnet die Tages-km und das Höhenprofil auf und speichert sie intern ab. Später in Berlin konnte ich die Daten dann auslesen. Also hier exklusiv zum erstenmal im Internet die Höhenprofile für Radfahrer in Burma....

 

Payagi - Nyaunglebin (18. Dez. 2003)

Von Kwaikto nach Payagi mit dem Bus, von dort mit dem Rad nach Nyaunglebin (66km). In Nyaunglebin kein Hotel für Touristen, also nur ein Stundenhotel für Fernfahrer mit "einfachem" Standard. Kein Schlaf und Durchfall. Die unangenehmste Nacht in Burma.

"Please provide the necessary assistance to the international travellers". Die Bevölkerung ist dem immer nachgekommen - nur die Regierung hat die Reise durch unnötige Restriktionen erschwert.

Auf dem Foto auch zu sehen - das Fahrrad mit allem Gepäck.
Mehr als die Hälfte Fahrräder haben einen Beiwagen. Abendstimmung am Fluss. Höhenprofil - so platt ist es nicht mal in Ostfriesland.

Nyaunglebin-Taungoo(19. Dez. 2003)

Wegen Durchfall nur 40 km mit dem Rad, dem Rest (80km) mit dem Pickup. Und das hat dann noch 6 Stunden gedauert (für 80 km). In Taungoo einen Tag Rast in dem schönsten Hotel vom Burma.

Ein PickUp nimmt einen Radfahrer immer mit, ist aber nur unwesentlich schneller. Einwohner bei Taungoo. Burma hat eine grosse indische Bevölkerungsgruppe.  

 

Ziehbrunnen Abendstimmung mit Ochsenkarren und Pagoda.   Nach der Feldarbeit am Abend.

 

 
Bananenhandel. DAS HOTEL in Taungoo. Myanmar Beauty II. Das Frühstück ist ein Dauerfeuer von kleinen schmackhaften Snacks. Aufbruch um 7:30, da noch 120km vor mir liegen.  

Taungoo-Pyinmana (21. Dez. 2003)

Einfache und schöne Fahrt über beschattete Strassen ohne Verkehr. In Pyinmana nur ein Touristenhotel (immerhin) mit einfachem Standard.

Rast am Strassenrand im Schatten. Beauty Saloon in Pyinmana, die handtücher werden an der staubigen Straase getrocknet - gibt das extra Peeling. Blumenmarkt am Morgen. Frauen und Kinder tragen im Gesicht Tannaka - Paste aus Sandelholz. Schutz gegen die intensive Sonne.

 

  Schweinetransport.   Höhenprofil: Taungoo-Pyinmana

Pyinmana-Yametin (22. Dez. 2003)

In Yametin kein Touristenhotel (entgegen Info im Lonely Planet) nur wieder eine Stundenhotel, also gleich schnell weiter nach...

Yametin-Pyawbwe (22. Dez. 2003)

Auch in Pyawbwe kein Touristenhotel (entgegen Info im Lonely Planet) nur wieder eine Stundenhotel, also mit dem Pickup (40km, es wird schon dunkel) gleich schnell weiter nach Meiktila. In Meiktila sind schöne Hotels und gute Restaurants. Es ist ein Umsteigeort auf der Route Mandalay-Yangon.

 

Der Hausaltar wird geschmückt. Getrocknete Chilischoten werden getrocknet. Die Küche in Burma ist allerdings nicht sehr scharf - wohl für den Export.  

 

 
Abends noch 40km mit dem Pickup nach Meiktila. Höhenprofil Pyinmana-Yametin. Höhenprofil Yametin-Pyawbwe.  

Meiktila-Kalaw (23. Dez. 2003)

Sicherlich der härteste Tag auf dem Rad in Burma. Mit den ersten Sonnenstrahlen in Meiktila los und 90km durch die Ebene. Am frühen Nachmittag dann der der Anstieg auf 1350m. Eine staubige, enge Strasse auf der nur LKW's und Busse fahren und immer nur hoch. Da zahlt sich die Strategie (eine Hose, ein T-Shirt, ein Hemd, zwei Unterhosen und ein paar Schuhe) aus. Mit nur 5kg Gepäck überhole ich andere Biker, die sicherlich besser trainiert sind, aber mit 20kg mehr kämpfen und dann doch einen Bus nehmen müssen. In der Dunkelheit komme ich in Kalaw an. Mit 18°C ist es dann auch schon recht kühl.

      Normales PickUp im Burma.

 

Schattige Strassen ohne Verkehr. Abends werden Batterien zum laden gebracht und morgends abgeholt. Dezentralisierte Stromversorgung. Es geht ständig bergan.  

 

 

14 -jährige Kinder füllen Löcher auf der Strasse. Der Teer ist weich und wird mit den den ungeschützten Händen zurechtgeformt und dann mit einem Holzknüppel in das Strassenloch geklopft. Für viele Kinder in das der Sandkasten in Burma. Jeder Tourist sollte sich klarmachen, dass der Touristenbus über Strasen fährt an dem Kinderblut klebt. Hier verdienen die Kinder wenigstens noch was, in den Gebieten, wo keine Touristen hindürfen (der grossteil von Burma) ist das Zwangsarbeit. Und das sind die starken Männer von Burma, die die Kinder auf der Strasse arbeiten lassen - kommen nicht mal ohne Hilfe die Treppe runter.

 

Kinder sägen Feuerholz. Rast im Schatten. Höhenprofil, erst 90km durch die heisse Ebene, dann 30km nur bergan. Temperaturprofil, es ist heiss den ganzen Tag.

Kalaw-InleLake (24. Dez. 2003)

Was für ein Weihnachtsgeschenk. Nur 65km und dann auch noch bergab. Um 13:00 bin ich am Inle-Lake. Sicherlich der schönste Ort in Burma, den ich ich gesehen habe.

    Tour auf dem Inle-Lake.  

 

Jugendlicher Fischer auf dem Inle Lake.     Feiertagsprozession.

 

Cowbow.      

 

    Hunderte verfallene Tempel. Ein Baum am bevorzugten Platz.

 

       

 

Fahrt durch die engen Kanäle auf dem Inle Lake. Auf das Bild klicken, um das Video abzuspielen.   Legrower. Das muss man gesehen haben. Auf einem Bein auf einem schwankenden Einbaum, eine Hand und ein Bein zum Rudern - die andere Hand zum Fischen, und das alles im engen Rock. 90% der Männer in Burma tragen einen Rock. Höhenprofil: Nur 65km und dann auch noch bergab...

Mount Popa

 
Vom InlLake nehme ich ein Taxi nach Bagan. Die Hälfte der Strecke (Meiktila-InleLake) bin ja schon mit dem Rad gefahren.
Die 400km brauchen einen ganzen Tag.
  Auf der Fahrt nach Bagan liegt Mount Popa. 50 km östlich von Bagan erhebt sich solitär der Hügel aus der Landschaft. Im Kloster leben Affen, die fleissig mit Bananen gefüttert werden. Auf den steilen Treppen liegen dann überall Bananenschalen und Reste von Bananen. Da es oft neben der Treppe sehr steil bergab geht, kann man das Nirvana in diesem Kloster schnell erreichen...

 

Bagan

Morgenstimmung.     Zusammengesetztes Bild des Innenhofes.

 

4000 Tempel auf einer Fläche, die man an einem Tag durchwandern kann, einfach irre.    

 

    Abendstimmung


Dieses zusammengesetzte Foto lohnt sich wirklich (ca. 1MB). Rundumblick.

 

 
Eine Frau verkauft abends an einer Strassenkreuzung Reiskuchen.   Die gleiche Stelle tagsüber.

Bagan-KwaikPadung-Ma Gway (28. Dez. 2003)

162km und 1096 Höhenmeter rauf (und 1074m runter), der Tag ohne Ende und dann wieder nur eine Pritsche in einer Stadt ohne Charme. Heiß war es auch noch den ganzen Tag...

Zuckerpalmen. Der Saft wird geerntet... .. und eingedampft, Besser als Snickers für die Fahr unterwegs, es liegen noch 150km nit dem Rad vor mir... Erdnusspresse. Am Ende des tages sind 20l Erdnussöl gewonnen.

 

Leider wenig Schatten und unmerklich hügelig - sehr anstrengend. Eines der wenigen Strassenschilder.   Flussebene mit Bewirtschaftung.

 

   
Höhenprofil Bagan-KwaikPadung-Ma Gway Temperaturprofil Bagan-KwaikPadung-Ma Gway  


 

Ma Gway - Pyay(29. Dez. 2003)

 
Erst 20km mit dem Rad, für die restlichen 200km nehme ich den Bus. Schlafe auf dem Dach ein und wache mit Sonnenbrand wieder auf. Mittagspause im Busterminal. Getrocknete Fische am Strassenrand.

Ngapoli-Beach

Burma hat 2500km Küstenlinie - und das meiste davon unerschlossen. Wenn die Militärdiktatur endet kann Thailand einpacken, hier ist das Paradies.  

 

Paradisisches Haus eines Deutschen aus Hessen - leider kann ich nur eine Nacht bleiben, es ist reserviert. Immerhin ein guter Start in 2004, hier bin ich am 1.1. aufgewacht. Danach der absolute Absturz, zum Jahreswechsel ist alles ausgebucht - so wohne ich in einem Bungalow der noch nicht abgerissen ist, aber demnächst einem Luxushotel weichen muss. Sieht paradiesisch aus, ist es aber nicht - die Müllkippe ist 10m entfernt.

Epilog 1:
Nach der anstrengenden Tour in Burma war ich dann noch eine Woche in Thailand in Khh Phi Phi zum Tauchen. Wenige Fotos von dort, es war einfach nicht so interessant über Wasser. Und unter Wasser konnte ich keine Fotos machen...

 
Ein Weitwinkelfoto von diesem grandiosen Strand gibt es hier. Ein Weitwinkelfoto bei Sonnenaufgang gibt es hier. Taxis auf der Insel.

Epilog 2:
Südostasien ist hervorragend geeignet für Radtouren und Burma ist das Land für eine Radtour, Tips habe ich hier zusammengstellt.