Mit dem BMW Rad Q6.S durch Burma, ein Erfahrungsbericht

 

Das Rad

Das Rad habe ich im Herbst 2003 gebraucht von einem BMW-Mitarbeiter gekauft. Dieser ist mit dem Rad nur 150km gefahren, es war also praktisch neu. Vor der Reise habe ich es dann braun angemalt, damit es nicht so auffällt und um Diebe abzuhalten. Burma ist jedoch so sicher, dass ich es oft nicht einmal angeschlossen habe.

Mit dem BMW Rad bin ich sehr zufrieden und würde es sofort wieder kaufen. Es ist leicht (unter13kg) und lässt sich problemlos zusammenklappen (wichtig für Tranport).

Zwei Dinge haben mich aber immer wieder genervt:
a) die geringe Bodenfreiheit und
b) der steile Lenkkopfwinkel (damit ist das Rad zwar wendig, aber auch sehr "zappelig" auf losem Untergrund (Sand und Schotter).

Der bei Auslieferung montierte Reifen (Continental-Twister) macht überhaupt keinen Sinn: ist weder ein Strassen- noch ein Geländereifen. Der Reifen sprang auf den ersten 100km zweimal von der Felge ab und blockiert dann sofort das Rad (zum Glück nur hinten), daher vielleicht auch der Name (Twist-Off ?). Vor der Reise habe ich die Reifen ersetzt.

Das Rad eignet sich durch die Bodenfreiheit und den Lenkkopfwinkel eigentlich nur für Strasse oder gute Wanderwege. Es ist sicherlich kein Geländerad.

 

 

Radreisen in Asien

Strategie

So wenig Gepäck wie möglich, es reicht ein T-Shirt und zwei Unterhosen. Man kann jeden Abend waschen. Wenig Gepäck hat viele Vorteile:

  • Handling vom Rad ist besser
  • Mitnehmen auf dem Bus ist einfacher
  • Tagesetappen wesentlich länger
  • man ist flexibler
  • packen geht schneller, weil man weniger hat
  • Rad und Gepäck lassen sich mit einemmal bewegen (zum Beispiel aufs Dach vom Bus oder die Treppe im Hotel hoch)
  • kein Übergepäck im Flugzeug (man sollte das Rad in zwei Kartons verpacken, diese sind dann einzeln unter 10 kg und sind auf dem Flughafen leichter zu bewegen. Auch braucht man am Ankunft-Flughafen kein teures Grossraumatxi).

 

Welches Rad?

  • Vollgefedert, oder zumindest gefederte Sattelstütze und Gelsattel (hat man ein vollgefedertes Rad, sollte man keinen Gelsattel nehmen, denn darauf schwitzt man mehr)
  • leicht (unter 14 kg)
  • breiter Lenker, möglichst nicht tiefer als der Sattel

 

Vorbereitung

  • neue Reifen (Reifen mit Strassenprofil sind besser, zB Continental TopTouring 2000).
  • "angenagte" Schalt- und Bremzüge einsetzen.
  • neue Kette

 

Tranport am Rad

  • Gewicht nach vorne oder am Sattel, also Lenkradtasche (Kartentasche nicht nötig, es gibt meist nur eine Strasse) und KEINE Packtaschen hinten oder vorne.

 

Was ich mitgenommen habe

  • Klick-Pedalen und Schuhe
  • Handschuhe
  • Kopfbedeckung (sollte auch die Ohren schützen, also keine Baseballkappe
  • Fliessmütze (Bus und Berge)
  • ein langärmilges Hemd
  • ein T-Shirt
  • zwei Paar Socken
  • Zip-Off Hosen
  • zwei Seidenunterhosen (trocken schnell und sind angenehm zu tragen)
  • Schlafsack-Inlet aus Seide
  • ein T-Shirt
  • eine kleine Taschenlampe (Maglite Micro)
  • ein leichtes Schloss fürs Rad
  • Tages km Zähler (wenn möglich mit Höhenmesser)
  • Sonnenschutzcreme (möglich Gel auf Wasserbasis zB Ladival aus der Apotheke, kein Sonnenöl)
  • 1l Wasser (reicht in Burma völlig aus, da überall abgefülltes Wasser zu kaufen ist)
  • Sonnenbrille

 

Werkzeug

  • Imbusschlüssel fürs Rad (auch für Pedalen)
  • Kettennieter (vorher ausprobieren, ob er was taugt) und einige cm Kette
  • Speichenschlüssel
  • kleines Taschenmesser
  • Flickzeug (habe ich aus allen meinen Radtouren in Asien noch nie gebraucht). Reifen mit "Pannenschutz" montieren (zB Continental TopTouring 2000)
  • Luftpumpe (kann man auch weglassen, da es in Asien überall Reifenreparatur mit Druckluft gibt)
  • Ersatzspeichen (evt. aus Draht), Achtung: hinten evt. verschiedene Längen
  • ein Schlauch - (habe ich aus allen meinen Radtouren in Asien noch nie gebraucht).
  • Kabelbinder (drei grosse und drei kleine)
  • etwas Kettenöl
  • 8 und 10mm Maulschlüssel

 

Erste Hilfe

  • Pflaster (aber nicht übertreiben, kann man überall kaufen)
  • fungizide Creme
  • Bepanthen auch für Sonnenbrand und trockene Haut geeignet)
  • Asperin (hat mir zu Anfang bei langen Tagestouren sehr geholfen)
  • Mosquito-Repellent mit DEET
  • Norfloxacin 400mg, 6 Tabletten (bei Durchfall, der durch Bakterien ausgelöst wird)
  • Beta-Isodona (Salbe und Tinktur)
  • Ohrstöpsel (nicht zu oft und lange drinlassen, sonst Talg in Ohr)
  • letztendlich kann man alles, was man in dem Land braucht lokal einkaufen, also nicht übertreiben

 

Was man mitnehmen könnte

  • Treckingschuhe, denn in Radschuhen kann man nicht lange laufen

 

Was man zuhause lassen kann

  • Regenjacke und Regenhose (Reise nur in der Trockenzeit, denn bei Regen ist es ohnehin zu gefährlich zu fahren)
  • Schlafsack
  • Zelt
  • Fahrradbeleuchtung (Nachts ist es zu gefährlich zu fahren, auch mit Licht)
  • Reifen (wenn man weniger als 5000 km fährt)
  • Ersatzkette (wenn man weniger als 5000 km fährt)
  • Seife/Handtuch (gibt es in jedem Hotel)
  • Mosquitonetz, da wo Mosquitos sind, gibt es ein Netz im Hotel

 

 

 

Diese Sachen können verbessert werden:

 

Die Bodenfreiheit ist für ein Mountainbike etwas dürftig. Waldwege mit Wurzeln können schon mal Probleme bereiten.

SPD Pedalen sollten bei einem Rad in der Preisklasse selbstverständlich sein.

  Für längere Touren braucht man eine zweite Flasche. Leider hat das Rad nur Aufnahmen für eine Halterung, die zweite muss man dann mit Kabelbindern festfummeln, will man den Rahmen nicht anbohren.
  Ärgerlich: Die hintere Bremsleitung knickt sehr gerne beim klappen ein. Hier könnte eine bessere Führung Abhilfe schaffen.
  Ärgerlich: Der hintere Schaltzug liegt offen und ist schon bald schwergängig.
 

Das hintere Schutzblech sollte nach BMW-Konstruktion an der Sattelstütze festgemacht werden. Das macht aber keinen Sinn, denn dann fliegt der ganze Dreck in die Mechanik

Die Anordnung, wie auf dem Bild zu sehen macht schon mehr Sinn, ist aber nur "festgefummelt".

 

Ärgerlich: Die Standrohre haben keinen Staubschutz.

Die Bremsleitung vorne ist recht kurz, höher als in dem Bild gezeigt lässt sich der Lenker nicht einstellen.

   
  Der Vorlauf ist zu gering und das Rad damit sehr zappelig. Fahren auf losem Untergrund (Sand, Schotter) wird zum Glücksspiel. Hier könnte man die Telelever Aufnahme verlängern und mit mehreren Bohrungen versehen, dann lässt sich der Vorlauf einstellen.
  Die Aufnahme für das hintere Federbein könnte etwas grösser sein und einige Bohrungen aufweisen. Dann könnte man Bodenfreiheit einstellen.
 

Verstellbarer Vorbau sollte bei einem Rad in der Preisklasse selbstverständlich sein.

  Transport in Burma.
  Mit 5 kg Gepäck durch Burma. In der Tüte (an der Sattelstütze) ist ein Wollpullover für Nachbusse und Flugzeug.
  Das Rad ist in 5 min zusammengeklappt und passt dann auch in einen kleinen Kofferraum - klasse.